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Zellerau: Kultur und Quartiersarbeit in der alten Postfiliale

Foto Nico Ackermann

Neues Leben fürs Marktplätzle: Stadt beschließt Zwischennutzung in der Zellerau

Mit dem Auszug der „Postfiliale 632“ aus dem halbrunden Gebäude auf dem Zellerauer „Marktplätzle“ ist im Herzen des Stadtteils ein Leerstand entstanden. Aufgrund der zentralen Lage wurden früh Ideen für eine neue Nutzung entwickelt. In Gesprächen zwischen dem Quartiersmanagement des Sozialdienstes katholischer Frauen Würzburg (SkF), dem Literaturhaus Würzburg sowie dem Finanz-, Sozial- und Kulturreferat der Stadt entstand ein gemeinsames Nutzungskonzept.

Geplant ist eine Kombination aus sozialen und kulturellen Angeboten: Das Literaturhaus möchte dort kleinere Veranstaltungen und Workshops anbieten, der SkF den Raum für Quartiersarbeit und den Familienstützpunkt nutzen. Ziel ist ein offener Treffpunkt, der den Stadtteil belebt und über die Zellerau hinaus Wirkung entfalten soll.

Umfassende Sanierung derzeit nicht finanzierbar

Eine erste bauliche Prüfung machte jedoch deutlich, dass eine umfassende Sanierung derzeit nicht finanzierbar ist. Erforderlich wären unter anderem Investitionen in Heizung und energetische Maßnahmen. Dennoch konnte durch die Zusammenarbeit der beteiligten Referate eine Übergangslösung gefunden werden. Der Hauptausschuss des Stadtrats gab nun grünes Licht für eine sogenannte „kleine Sanierung“.

Rund 70.000 Euro aus Haushaltsresten des vergangenen Jahres sollen eingesetzt werden, um eine zeitnahe Zwischennutzung zu ermöglichen. Vorgesehen sind unter anderem die Erneuerung der Elektrik, der Einbau einer barrierearmen Toilette, ein neuer Anstrich, ein Bodenbelag sowie Maßnahmen zum Brand- und Denkmalschutz.

Erste Nutzungen für das zweite Halbjahr geplant

Kulturreferent Benedikt Stegmayer kündigte an, dass die Arbeiten zügig starten sollen. Erste Nutzungen seien bereits für das zweite Halbjahr geplant. Das neue Angebot ergänze das bestehende Ensemble aus Gastronomie, Gewerbe und Dienstleistungen am Platz um einen wichtigen sozialen und kulturellen Baustein.

Auch beim Literaturhaus Würzburg ist die Freude groß. Sprecherin Elena Riedel betont, man könne nun einen festen Raum für Buchclubs und Lesungen regionaler Autorinnen und Autoren schaffen. Gemeinsam mit der Quartiersarbeit solle die ehemalige Postfiliale wieder zu einem lebendigen Ort werden.

„Große Chance für den Stadtteil“

Sozialreferentin Eva von Vietinghoff-Scheel sieht in der Übergangsnutzung eine große Chance für den Stadtteil. Die Entscheidung entspreche dem ursprünglichen Gedanken des Bundesprogramms „Soziale Stadt“, in dessen Rahmen der Platz zwischen 2007 und 2019 entwickelt wurde.

Das Quartiersmanagement plant, den Raum für offene Treffs, Beratungsangebote, Vereinsversammlungen sowie für Information und Projektarbeit im Stadtteil zu nutzen. Die Nähe zu weiteren Einrichtungen des SkF verspricht zusätzliche Synergien.

Langfristig bleibt auch eine größere Lösung im Blick. Für das Jahr 2028 ist eine erneute Bewertung der Nutzung vorgesehen. Auf dieser Grundlage soll dem Stadtrat ein weiterentwickeltes Konzept inklusive möglicher Förderungen vorgelegt werden. Dieses Vorgehen fand im Hauptausschuss breite Zustimmung und wurde einstimmig beschlossen.

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