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Erinnerung an die Deportation wachhalten

Oberbürgermeister Schuchardt stellt „Würzburger Koffer“ in der Spiegelstraße vor

Würzburg. Der „DenkOrt Deportationen“ ist ein Mahnmal auf dem Vorplatz des Würzburger Hauptbahnhofes. Im Juni dieses Jahres eingeweiht erinnern dort aktuell 47 symbolische Gepäckstücke an die 2069 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die zwischen 1941 und 1943 aus Unterfranken in die Durchgangs- und Vernichtungslager im besetzten Osteuropa deportiert wurden. Jedes dieser Gepäckstücke, deren Gesamtzahl langfristig auf 109 anwachsen soll, steht für eine unterfränkische Gemeinde, in der früher eine jüdische Kultusgemeinde existierte. Neben den Koffern auf dem zentralen unterfränkischen Mahnmal, steht jeweils ein identischer Zwilling in den Gemeinden. Nachdem erst kürzlich das Gepäckstück in Heidingsfeld am Platz der ehemaligen Synagoge aufgestellt worden war, stellten in dieser Woche Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Marat Gerchikov, Vorstandsmitglied der Israelitischen Gemeinde Würzburg, einen Koffer in der Spiegelstraße der Öffentlichkeit vor. Dieses Gepäckstück war in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Matthias-Grünewald-Gymnasiums und ihrem Mentor Felix Röhr entstanden. Im Rahmen der kleinen Gedenkstunde unter Corona-Regeln dankte Schuchardt allen Beteiligten und lobte die Erinnerungskultur, die auf bürgerschaftlichem Engagement fuße. „Wir alle hier tragen zwar keine persönliche Schuld, aber wir sind es den Opfern schuldig und stehen in der historischen Verantwortung, dass es nicht mehr zu solchen Verbrechen kommt“, betonte der Oberbürgermeister. „Antisemitismus ist heute wieder ein massives Problem. Deshalb sind wir aufgerufen, uns gegen die geistigen Brandstifter zu wehren!“ „Obwohl zwei Drittel der europäischen Juden ermordet wurden, stehen wir 75 Jahre nach der Shoa hier und können sagen, dass es wieder jüdisches Leben in Würzburg gibt“, so Marat Gerchikov. Diese Koffer zu sehen, erschreckt mich! Doch sie sollen zum Nachdenken anregen und immer wieder aufs Neue erinnern. Text und Bilder: Rudi Merkl

 

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