28.07.2010 - 16:40 Uhr: München (ddp-bay). Der TSV 1860 München trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser. Der unerwartete Tod des 71-Jährigen in der Nacht zu Mittwoch löste über die Grenzen Münchens Betroffenheit aus. Der Großgastronom und Wiesnwirt hatte den Club von 1992 bis 2004 geführt und sein Amt im Zuge der Bestechungsaffäre um den Bau der Allianz Arena aufgegeben.
Der jetzige Vereinspräsident Rainer Beeck reagierte mit «tiefem Bedauern» auf die Nachricht. «Für uns alle kam sein Tod unerwartet», sagte er. Der neue Löwen-Geschäftsführer Robert Niemann fügte hinzu: «Der Verein, die Fans und der gesamte deutsche Fußball verlieren eine beeindruckende Persönlichkeit.»
Wildmoser war nach Vereinsangaben am 16. Juli nach einem Schwächeanfall beim Zahnarzt ins Münchner Krankenhaus Rechts der Isar eingeliefert worden. Dort wurde ein bis zu neun Zentimeter großer, gutartiger Tumor im Gehirn diagnostiziert. Der Tumor sei letzte Woche erfolgreich entfernt worden und die Genesung nach dem Eingriff gut verlaufen. Am Dienstag erlitt Wildmoser dann unerwartet einen Herzstillstand in Folge einer massiven Lungenembolie. Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen und intensivmedizinischer Behandlung verstarb er am Mittwochmorgen.
Unter ihm als Präsidenten hatten die Münchner «Löwen» den Wiederaufstieg aus der Amateurklasse bis in die Erste Bundesliga geschafft und sogar am UEFA-Cup teilgenommen. Im Zuge der Bestechungsaffäre um den Bau der Allianz Arena gab der Gastronom und Wiesnwirt im März 2004 seinen Posten als Vereinschef auf. Während sein Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior wegen Bestechlichkeit und Untreue zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, waren die Korruptionsvorwürfe gegen den Vater aber nach kurzer Zeit fallen gelassen worden.
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nannte den Verstorbenen «ein gstandnes Mannsbild und Urbild des bayerischen Gastwirts». Wildmoser habe den TSV 1860 «als autokratisch regierender Fußballpräsident» zu einem «kometenhaften Aufstieg bis ins Spitzenfeld der Bundesliga geführt und zugleich dem Verein ein schwieriges Erbe hinterlassen», sagte Ude. Er bedaure es zutiefst, «dass seine letzten Lebensjahre überschattet wurden von einer Krise, die sein Fußballengagement wie auch seine familiären Beziehungen schwer belastet hat.»
Auch der FC Bayern nahm den Tod mit großem Bedauern zur Kenntnis und sprach Wildmosers Frau, seiner Familie und den Angehörigen seine Anteilnahme aus.
Der Präsident der Deutschen Fußball Liga, Reinhard Rauball, sagte: «Die Liga trauert um Karl-Heinz Wildmoser.» Dieser habe sich lange Jahre im Ligaausschuss des DFB und anschließend im Vorstand des Ligaverbandes engagiert. «Er war ein bayerisches Urgestein, das sich 100-prozentig mit seinem Club identifizie (ddp)
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